Kloster Lluc
Was in Katalonien das Kloster Montserrat, das ist auf Mallorca das Santuari de Lluc. In den Bergen in 525 Metern Höhe gelegen, nördlich von Inca in der Gemeinde Escorca, ist das Kloster der Wallfahrtsort der Insel schlechthin und obendrein ein beliebtes Ausflugsziel, das in einer reizvollen Berglandschaft liegt.
DIE GESCHICHTE
Wie in seinem katalanischen Pendant wird auch in Lluc "La Moraneta", eine braune Madonnenstatue, verehrt. Der Legende nach wurde die Marienfigur im 13. Jahrhundert nach der Reconquista unter Jaume I. von einem maurischen Hirtenjungen gefunden. Um der Verfolgung der Wiedereroberer zu entgehen, waren die Eltern des Jungen zum Christentum konvertiert und hatten ihren Zögling auf den Namen Lukas - auf Mallorquinisch Lluc - taufen lassen.
Eines Tages nahm Lluc an einer felsigen Stelle an einem Gebirgswasserlauf, der hinter der heitigen Sakristei liegt, ein Leuchten wahr. Als er sich näherte, entdeckte er die dunklehäutige Marienfigur, die er zum Priester der Kirche Sant Pere in Escorca brachte. Wie uns die Legende weiter wissen lässt, verbreitete sich die Nachricht des Fundes mit dem Gebirgswind, und am nächten Tag strömten die Gläubigen herbei, um "La Moraneta" zu sehen. Doch die war verschwunden.
Noch am selben Tag fand Lluc die Madonnenfigur wieder am urspünglichen Fundort und brachte sie erneut in die Kirche, aus der die Statue erneut verschwand. Nachdem sich dieses merkwürdige Ereignis mehrere Male wiederholt hatte, schloss der Priester daraus, dass die Figur an ihrem Fundort bleiben wolle und veranlasste, dass dort eine Kapelle gebaut wurde.
So weit die Legende. In schriftlichen Zeugnissen ist die Kapelle der "Santa Maria de Lluc" erstmals im Jahr 1268 erwähnt. Ein weiteres Dokument von 1273 erwähnt die zahlreichen Pilger, die trotz des gefährlichen Weges die Kapelle aufsuchten. Und 1456 verfügte Papst Clixtus III. den Bau eines Klosters.
DIE KIRCHE
Mit dem Bau der heutigen Kirche wurde 1622 begonnen, die Arbeiten dauerten bis 1691. Der Hauptaltar war bereits 1629 fertiggestellt, wurde bare erst 1684 geweiht. In der Hauptnische des Altars befindet sich seither die Schwarze Madonna, die davor in einer Seitenkapelle untergeracht war. Im 20. Jahrhundert wurde die Dekoration der Kirche unter der Anweisung des bekannten katalanischen Jugendstil-Architekten Antoni Gaudí vervollständigt.
DER KNABENCHOR ELS BLAUETS DE LLUC
Auf eine lange Geschichte blickt auch der Knabenchor des Klosters zurück, der erstmals in den Statuten eines Priors im Jahr 1526 erwähnt wird, und dessen Namen 1531 in der päpstlichen Bulle Pastoralis officii von Clemens VII. zu lesen ist. Wegen ihrer baluen Soutanen werden die Knaben Els Blauets - die Blauchen - genannt. Es handelt sich um Klosterschüler, denen neben eine "christlischen, mallorquinischen und ökologischen" Erziehung auch einemusikalische Ausbildung angeboten wird. Die Blauets sind einer der ältesten Knabenchören Europas. Außer in den Schulferien singt der Knabenchor werktags das Salve Regina unter der Statue der Schwarzen Madonna (11.45 Uhr und 16.45 Uhr).
DAS MUSEUM
Weitere Sehenswürdigkeiten des Klosters sind ein Museum unter anderem mit archäologischen Exponaten, Kirchenschätzen, Keramik und Malerei. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10-13.30 Uhr und von 14.30 bis 17 Uhr; der Eintritt kostet 4,-- Euro.
DER BOTANISCHE GARTEN
Von 10-13 Uhr und von 15-18 Uhr ist der Botanische Garten geöffnet. Der Eintritt ist frei.
DIE HERBERGE
1586 wurde im Kloster die erste Herberge für Wallfahrer errichtet. Bis heute besteht die Möglichkeit, im Kloster zu übernachten. Im Gästetrakt gibt es Einzelzimmer, Zimmer für zwei, drei, vier und sechs Personen, die mit Bad und Heizung ausgestattet sind, und außerdem kleine Appartements. Darüberhinaus gibt es ein Andachtshaus sowie ein Restaurant.Anmeldungen und Reservierungen:
Tel: (+34) 971 87 15 25, Fax: (+34) 971 51 70 96
E-Mail: info@lluc.net
Weitere Informationen:
www.lluc.net






